Liebe Leser,

Herr Hermann Schäfer, langjähriges Kirchenvorstandsmitglied a.D. und immer noch aktives Gemeindeglied, hat bereits vor einiger Zeit in der Sprendliner Kirchenzeitung über das Herzensgebet  berichtet. Er erachtet dies für eine optimale Lebensführung außerordentlich wichtig und hat mich gebeten, den nachfolgenden Text ins Internet zu stellen. In Absprache mit Pfarrer Thomas Ledig kommen wir diesem dringenden Wunsch gern nach.

Bettina Krabbe-Zerwas

 

 
Lebensführung – optimal

Zur optimalen Lebensführung habe ich drei Grundsätze anzubieten:

1.      Das Herzensgebet

2.      Die Konzentration auf das gegenwärtige Tun

3.      Gottes Willen tun

Zum Herzensgebet:

Das Herzensgebet sind zunächst die folgenden immer und überall starken und heilbringenden Worte des Christe eleison: „Jesus Christus, erbarm‘ Dich über uns.“
Diese Worte werden mit dem Atem gesprochen und zwar in folgender Weise:
Einatmen mit dem heiligen Namen „Jesus Christus“ (tonlos oder nur denkend sprechen), den heiligen Namen ins Herz oder in die Mitte der Brust hineinführen bzw. hineinfühlen, darin intensiv für kurze Zeit fixieren (Atem anhalten und Herz bzw. Brustmitte innerlich fassen), dann ausatmen mit gleichzeitigem Entspannen mindestens der Arme und Beine, dabei die restlichen starken Worte „erbarm‘ Dich über uns“ tonlos oder nur denkend sprechen und zusätzlich – was nicht zu vergessen ist – den heiligen Namen „Jesus Christus“ gefühlsmäßig über sich heben.

Dieses Ganzheitsgebet ist – wenn noch nicht geschehen – einzupauken. Es ist, wenn es einem einfällt und es zeitlich passt, zu üben, am besten mehrmals hintereinander. Wenn beispielsweise bettlägerige Krankheit vorliegt, kann man dieses Gebet fast ohne Unterlass sprechen, bis zur Selbsttätigkeit. Besonders für Demenzkranke wäre das Herzensgebet eine hervorragende Hilfe, vorausgesetzt es wurde rechtzeitig eingeübt.

Übrigens: Durch dieses Herzensgebet erfüllt man die Bitte Jesu an seine Jünger: „Bleibt in mir und ich bleibe in euch.“

Zur Konzentration auf das gegenwärtige Tun:

Steht man im aktiven Leben, so genügt das Herzensgebet allein selbstverständlich nicht, sein Leben zu meistern. Als nächster Grundsatz soll gelten: Der volle Einsatz, die volle Konzentration, die ganze Hingabe muss der momentanen Tätigkeit bzw. Untätigkeit gelten, gleichgültig, ob man eine einfache Arbeit macht (z.B. sich ankleiden), ob es sich um ein Denkgebiet, um manuelles oder sonstiges Tun handelt. So sollte es sein: Beim Dienst, Sport, Spiel, beim Zuhören, Beten, im Gottesdienst, bei der Muse, beim Entspannen vor dem Einschlafen oder bei einem sonstigen Tun sich nur dieser einen Tätigkeit widmen. Dabei ist es sinnvoll, die momentane Tätigkeit durch wörtlichen Ausdruck zu begleiten, z.B. während des Ankleidens zu sagen: Ich ziehe mir nun die Strümpfe an, zunächst den rechten und jetzt den linken. Dadurch wird die Konzentration unterstützt und dem Geist eine Pause ermöglicht, damit er später umso frischer an die Lösung etwaiger Probleme gehen kann. 

Gottes Willen tun:

Durch das Zusammenwirken von Herzensgebet und dem Willen zur Konzentration fällt einem unwillkürlich ein, was Gott wohlgefällig ist. Ist man trotzdem im Zweifel, so liegt Gottes Wille im Rahmen von: gut, richtig, wahr, lieb, barmherzig, echt, schön, genau, korrekt, ehrlich, sauber, klar, diszipliniert, sinnvoll, optimal und sonstigen Tugenden.

Hermann Schäfer, Dreieich